Grüne Woche demaskieren! http://gruenewoche.blogsport.de Mon, 01 Sep 2014 11:37:43 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Neue Webseite online http://gruenewoche.blogsport.de/2014/09/01/neue-webseite-online/ http://gruenewoche.blogsport.de/2014/09/01/neue-webseite-online/#comments Mon, 01 Sep 2014 11:37:43 +0000 Administrator Allgemein http://gruenewoche.blogsport.de/2014/09/01/neue-webseite-online/

Alle wei­te­ren Neu­ig­kei­ten, Ma­rie­ria­li­en etc. fin­det ihr ab jetzt unter http://gruene-woche-demaskieren.de/

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Prozessunterstützung erwünscht!! http://gruenewoche.blogsport.de/2014/07/30/prozessunterstuetzung-erwuenscht/ http://gruenewoche.blogsport.de/2014/07/30/prozessunterstuetzung-erwuenscht/#comments Wed, 30 Jul 2014 17:41:37 +0000 Administrator Allgemein Veranstaltungen & Aktionen http://gruenewoche.blogsport.de/2014/07/30/prozessunterstuetzung-erwuenscht/ Im Zuge der Proteste von „Grüne Woche demaskieren!“ gegen das gegenwärtige Landwirtschaftssystem im Januar 2014 steht nun der erste Prozesstermin an.

Es geht um den Vorwurf Hausfriedensbruch. Es droht eine Strafe von 50 Tagessätzen á 20 Euro. Der Prozess beginnt am 5.8. um 12.00 Uhr im Amtsgericht Berlin Tiergarten (Turmstraße. 91, Raum 455 (4ter Stock); 10559 Berlin). Ab 11 Uhr halten wir eine Kundgebung vor dem Haupteingang des Gerichtsgebäudes ab.

Bitte kommt zahlreich und unterstützt uns.

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Beteiligt euch 2015 an den Protesten zur Grünen Woche! http://gruenewoche.blogsport.de/2014/07/20/beteiligt-euch-2015-an-den-protesten-zur-gruenen-woche/ http://gruenewoche.blogsport.de/2014/07/20/beteiligt-euch-2015-an-den-protesten-zur-gruenen-woche/#comments Sun, 20 Jul 2014 09:04:00 +0000 Administrator Allgemein http://gruenewoche.blogsport.de/2014/07/20/beteiligt-euch-2015-an-den-protesten-zur-gruenen-woche/ Das Aktionsbündnis Grüne Woche demaskieren! hat im Januar 2014 zum ersten Mal anlässlich der Messe Internationale Grüne Woche mit vielen kreativen und bunten Aktionen gegen das heutige Landwirtschafts- und Ernährungssystem protestiert.

Warum gegen die Grüne Woche?

Als weltgrößte Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau steht die Grüne Woche für all die Unterdrückung, Tierausbeutung und Umweltzerstörung des kapitalistischen Landwirtschaftssystems. Die Grüne Woche bedeutet jedes Jahr zehn Tage Propaganda und Werbung für eine ausbeuterische und umweltzerstörerische (Land-)Wirtschaft – ein Landwirtschaftssystem, das auf die Bedürfnisse und das Wohlergehen von Mensch und Tier pfeift, die Grundlage für alles Leben auf diesem Planeten zerstört und einzig am Profit für Wenige interessiert ist.

Beteiligt euch auch 2015!

Auch 2015 findet die Grüne Woche vom 16. bis 25. Januar auf dem Messegelände Berlin statt. Auch dann wollen wir wieder mit eigenen Informations- und Protestveranstaltungen gegen diese unsägliche Propaganda vorgehen.
Wir, die aufrufenden Aktiven und Gruppen, fokussieren in unserem politischen Alltag vor allem den Kampf gegen Tierausbeutung. Während der Grünen Woche nimmt die Präsentation von Tierhaltung einen bedeutenden Platz ein und bietet so Anknüpfungspunkte für Protest und Widerstand gegen die grauenhafte weltweite Unterdrückung und Ausbeutung von Milliarden von fühlenden Individuen.
Darüber hinaus möchten wir andere Aktive und Gruppen motivieren, eigene Aktionen zu ihren bevorzugten Themenschwerpunkten zu organisieren. Denn nicht nur die Tierausbeutung gilt es in der kapitalistischen Landwirtschaft zu kritisieren. Es gibt genug Anknüpfungspunkte für zahlreiche Proteste gegen die Grüne Woche. So soll auch 2015 wieder ein buntes Ensemble sich ergänzender Aktionen mit unterschiedlichen Blickwinkeln und Kommunikationsstrategien am Messegelände entstehen. Wenn ihr euch beteiligen wollt, lest bitte hier, was uns wichtig ist.

Wie könnt ihr aktiv werden?

Wenn ihr mit Euren Freund*innen, mit eurer Gruppe oder als einzeln Aktive Lust habt, selbst etwas nach Eurem Geschmack zu organisieren, kündigen wir eure Aktion im Vorfeld auf der Aktionswochen-Website gerne an und mobilisieren dafür. Meldet euch dafür oder wenn Ihr mit uns zusammen am organisatorischen Rahmen der Aktionswoche arbeiten wollt gerne einfach bei aktionen-gruene-woche@riseup.net.

Für ein kraftvolles und wahrnehmbares politisches Signal gegen die allumfassende Ausbeutung von Tier, Mensch und Umwelt im kapitalistischen System!

Grüne Woche demaskieren! wird vom Tierrechtstopf der Stiftung Tiernothilfe gefördert. Mehr Informationen zum Tierrechtstopf findet ihr hier.

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Grüne Woche demaskieren? – Grüne Woche demaskieren! http://gruenewoche.blogsport.de/2014/02/06/gruene-woche-demaskieren-gruene-woche-demaskieren/ http://gruenewoche.blogsport.de/2014/02/06/gruene-woche-demaskieren-gruene-woche-demaskieren/#comments Thu, 06 Feb 2014 09:49:24 +0000 Administrator Allgemein Veranstaltungen & Aktionen http://gruenewoche.blogsport.de/2014/02/06/gruene-woche-demaskieren-gruene-woche-demaskieren/ Vom Einstand des Aktionsbündnisses Grüne Woche demaskieren! auf der grünen Protest-Woche. Ein Rückblick – und der Versuch eines Ausblicks.

Nun ist sie wieder vorbei, die Internationale Grüne Woche. Zehn Tage Propaganda und Werbung für eine ausbeuterische und umweltzerstörerische (Land-)Wirtschaft haben ihr Ende gefunden. Vorerst, bis es nächstes Jahr leider weiter geht. Jetzt ist es Zeit für uns zu verschnaufen, zurück zu blicken auf das Geschehene und nach vorn zu blicken, auf das Kommende. Denn noch gilt leider: „Nach der Grünen Woche ist vor der Grünen Woche.“

Dieses Jahr haben wir zum ersten Mal zu Protest und Widerstand gegen das vorherrschende (Land-)Wirtschaftssystem aufgerufen – ein Landwirtschaftssystem das auf die Bedürfnisse und das Wohlergehen von Mensch und Tier scheißt, die Grundlage für alles Leben auf diesem Planeten zerstört und nur am Profit für Wenige interessiert ist. An verschiedenen Aktionstagen – vor und während der Messe – haben unterschiedlichste Aktionen stattgefunden.


Was ist alles passiert?
Im Vorfeld der Messe wurden Flyer verteilt, die den originalen Grüne Woche-Flyern verblüffend ähnlich sehen, diesen aber in Wort und Bild parodieren. Durch Überhöhungen und Zuspitzungen wurde versucht, die Perversion der „Nutztierhaltung“ sichtbar zu machen und zu verdeutlichen, wie zynisch die Sprache ist, die verwendet wird, um Tierausbeutung zu legitimieren.
Am Mittwoch und Donnerstag – zwei Tage vor dem offiziellen Start der Grünen Woche – haben wir zu Online- und Telefonaktionstagen gegen die Verharmlosung der industriellen Landwirtschaft auf dem ErlebnisBauernhof und der Internationalen Grünen Woche aufgerufen.

Während der Grünen Woche wurden als groß angekündigte Mitmachaktionen Mahnwachen vor dem Nordeingang abgehalten, anlässlich des „Frische Forum Fleisch“ eine ironische „Pro-Fleisch“-Demo veranstaltet und mit einem Die-in auf die vielen Opfer der „modernen“ Landwirtschaft aufmerksam gemacht. Ergänzt wurde das Ganze durch bunte, kreative und vielfältige Kreideaktionen vor den Eingängen der Messe. Von uns entworfene Gutscheine für einmal „Selber Schlachten“ wurden während einem versteckten Theater in der S-Bahn eingesetzt. Diese Gutscheine berechtigten den Besitzer vermeintlich dazu, auf dem ErlebnisBauernhof ein Tier selbst zu töten (für kleine Kinder standen demnach Zwergkaninchen zur Verfügung). Denn wer Fleisch isst, sollte wissen, wo es herkommt. ErlebnisBauernhof-Flyer, die die Diskrepanz zwischen der Realität für Milliarden von „Nutztieren“ und dem gezeigten schönen Schein auf der Messe verdeutlichten, wurden auf und vor dem Messegelände verteilt. Türanhängerflyer in der Ring-Bahn – mit der die meisten Besucher*innen zur Messe fahren – sollten ebenfalls auf die Lügenmärchen auf dem ErlebnisBauernhof aufmerksam machen.

Zu einem kreativen, vielseitigen Protest gehört aber mehr als artige, geduldete Aktionen. So haben einige Aktivist*innen bei der Eröffnung des ErlebnisBauernhofs einen Schlachttransporter besetzt, auf dem – an Zynismus kam zu übertreffen – zu lesen war: „Wir transportieren Tierschutz“. Am darauffolgenden Tag wurde der Funkturm auf dem Messegelände erklettert und ein Transparent mit dem Spruch „Bloß nicht genau hinsehen“ entrollt. Am letzten Messewochenende wurden von einem Werbeturm vor dem Südeingang der Messe zwei Transparente mit den Sprüchen „Kapitalistische Landwirtschaft tötet“ und „Fleisch ist immer Mord“ entrollt.

Komplettiert wurde das Programm durch drei Abendveranstaltungen: Der Langzeitaktivist Jörg Bergstedt beteiligte sich mit zwei Informations- und Diskussionsveranstaltungen. Und am Samstagabend gab es eine Lesung von und mit Hilal Sezgin, auf der ihr Buch „Artgerecht ist nur die Freiheit“ vor über hundert Menschen das erste Mal der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Diese fand am selben Tag wie die „Wir haben es satt“-Demo statt und sollte die vielen, schon kritisch eingestellten, aber noch nicht vom veganen Leben überzeugten Menschen, die nach Berlin gekommen waren, anziehen. Den Abschluss der Veranstaltungen bildete ein leckerer Solibrunch der BerTA.

Was für Ziele haben wir uns gesetzt?
Wer hätte gedacht, dass wir so ein vielfältiges, buntes und kreatives Programm auf die Beine stellen würden? Wir sicher nicht, als wir uns im Juli zum ersten Mal zusammengesetzt haben, um über Störaktionen auf der Grünen Woche zu reden. Wir, das war eine Gruppe von fünf bis 10 tierrechtlich/vegan aktiven Menschen aus Berlin, die sich größtenteils vorher gar nicht kannten. Am Ende der Planungsphase waren wir dann schon um die 30 Menschen. Unser Ziel war es, den üblichen Geschäfts- und Propagandaablauf der Internationalen Grünen Woche öffentlich sichtbar zu stören. Dabei wollten wir die Messe-Besucher*innen erreichen, aber auch die starke überregionale Medienpräsenz nutzen, um weit über die Messe hinaus möglichst viele Gründe zu thematisieren, mit der herrschenden Form von Landwirtschaft nicht einverstanden zu sein, sich ihr in den Weg zu stellen und Alternativen aufzubauen. Denjenigen, die vom jetzigen in jeder Hinsicht ausbeuterischen System profitieren und es verteidigen, wollten wir signalisieren, dass sie dabei weder unbeobachtet noch ungestört bleiben.

Ist uns das gelungen?
Die Internationale Grüne Woche ist die weltgrößte Messe für Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau. Über 1.600 Aussteller*innen sind dort vertreten, mehr als 400.000 Besucher*innen waren auf der Messe. Dort den Geschäfts- und Propagandaablauf öffentlich sichtbar zu stören erscheint als ein schwieriges Unterfangen. Wie groß die Messe tatsächlich ist, ist uns auch erst bei den Vorbereitungen wirklich klar geworden. Aber genervt haben wir die Veranstalter sichtlich und man nahm uns ernst vor Ort. Die Securities wurden von Tag zu Tag und von Aktion zu Aktion grober. Die Messe lässt prüfen, ob sie gegen unser Logo und die Parodie-Flyer vorgehen kann und selbst die Polizei unterstellte uns Aktionen, von denen wir gar nichts wussten.

Wie so häufig ist es auch schwer einzuschätzen, ob und wie viele Menschen wir erreicht haben. Vor dem Start der Messe haben wir 5.000 parodierende Grüne-Woche-Flyer verteilt. Am Messegelände konnten wir nochmal 6.000 Menschen Flyer mit unseren Hintergründen in die Hand drücken, zusätzlich wurden fast 10.000 ergänzende Flyer verteilt. Eine Materialschlacht par excellence, aber bei über 400.000 Messebesucher*innen auch ein Tropfen auf den heißen Stein. Ob die Satire der Parodie-Flyer deutlich wurde, können wir leider nicht einschätzen. Von einigen Menschen aus unserem Umfeld wurde das angezweifelt. Leider ist die „normale“ Sprache, mit der die Tiernutzung legitimiert wird, schon dermaßen zynisch, dass es schwierig ist, das noch zu überzeichnen. Ob die Ironie der „Pro-Fleisch“-Demo für den durchschnittlichen Omnivoren deutlich wurde, können wir auch nicht mit Sicherheit sagen. Wir hatten allerdings vor Ort einige Gespräche mit Messebesucher*innen, die zumindest ins Grübeln kamen, ob wir das jetzt wirklich ernst meinen. Und wir hatten unseren Spaß, was zu einer guten Aktion genauso dazu gehört.

Wir hatten den Eindruck, dass das Flyern vor der Messe effektiv war. Viele Menschen lasen die Flyer und einige kamen interessiert zu unserer Mahnwache. Jedoch waren wir nicht vollständig auf die Mentalität des Messepublikums gefasst. Die Messe ist ein Ort, wo sich Jungbauern, Großbauern, Familien und eher konservativ eingestellte, nicht zum kritischen Hinterfragen neigende, Menschen tummeln. Dementsprechend stießen wir auch auf heftige Gegenwehr. Das Messegelände ist als Ort des Protests wahrscheinlich nicht so dankbar – von den zeitweilig lebensbedrohlich niedrigen Temperaturen ganz zu schweigen.

Einige von uns haben das erste Mal an öffentlichen illegalisierten Aktionen teilgenommen. Da war die Aufregung im Vorfeld etwas größer. Hinzu kam, dass es gerade bei der Aktion auf dem ErlebnisBauernhof noch bis kurz davor einige Unklarheiten gab. Wie kommen wir auf das Messegelände; welche Veranstaltung genau wollen wir stören; wie gehen wir vor, damit wir genügend Zeit haben, unsere Message rüber zu bringen? Im Grunde wussten wir erst am Abend vorher die Antworten auf diese Fragen. Am Ende hat jedoch fast alles gut geklappt und die Aktion konnte durchgeführt werden. Zusätzlich zu dem Transparent, das auf dem Transporter entrollt wurde, sollte eigentlich noch ein Transparent an mit Helium gefüllten Luftballons zur Decke hoch steigen. Leider ist die fragile Stangenkonstruktion unterwegs zerbrochen, so dass daraus nichts wurde. Und leider haben wir den perfekten Moment verpasst, sodass die Presse, die sich in der Halle befand, nicht wirklich auf uns aufmerksam wurde. Dafür wurden wir von den drum herum stehenden Bauern mit dem Slogan „Ihr könnt nach Hause gehen“ nieder gebrüllt. Eine Reaktion auf die wir so auch nicht gefasst waren. Sie sagt aber doch viel über das Publikum auf dieser Messe aus.

Die Kletteraktion am Funkturm ist erstaunlich planmäßig und einfach über die Bühne gegangen, bis auf die Tatsache, dass einer der Aktivist*innen seine Jacke unten vergessen hatte. Aber auch hier stand eigentlich erst am Abend vorher fest, wer überhaupt klettern wird. Mit dem Wetter hatten wir riesiges Glück und so fand die Aktion bei strahlendem Sonnenschein und mäßig kalten Temperaturen statt. So war fast drei Stunden der Spruch „Bloß nicht genau hinsehen“ über der Grünen Woche zu lesen. Leider wurde einer der Aktivist*innen nach der Aktion noch stundenlang von der Polizei festgehalten, um ihn trotz feststehender Personalien einer ED-Behnadlung zu unterziehen. Dabei hat es sich nur um unnötige Polizeischickane gehandelt.

Und auch die letzte Kletteraktion vor dem Südeingang der Messe war erfolgreich – wenn auch von kurzer Dauer. Der Turm konnte ohne Probleme erklommen und die Transparente entrollt werden. Leider wurden wir ziemlich schnell von der Polizei gestürmt, da die Maße für das Gitter, das wir verwendeten, um die Polizei davon abzuhalten, hoch zu kommen nicht passte. Da die Aktion an dem Tag genau zur Öffnung der Messe stattfand, einer Zeit in der, der Besucher*innenstrom nicht abreißt, haben viele Menschen unsere Botschaften wahrgenommen.

Trotz einiger kleiner Enttäuschungen waren wir aber insgesamt zufrieden. Wir haben nun wertvolles Wissen über die Gegebenheiten auf der Grünen Woche die wir für das nächste Jahr nutzen können. Und es sind einige Hemmschwellen gefallen bei den Neulingen auf der Protestbühne. Leider werden wir in den kommenden Monaten mit einiger Antirepressionsarbeit konfrontiert werden.

Und das Presseecho?
Es war verhalten, aber doch sichtbar. Im Vorfeld führten wir mit zwei Zeitungen und dem freien Radiosender „Radio Blau“ Interviews, die unsere Position gut wiedergaben. Leider wurde in einigen nachfolgenden Presseberichten der Inhalt unserer Kritik teilweise nicht oder falsch transportiert. Typischerweise wurde uns bspw. eine Tierschutzposition zugeschrieben, die wir zurückweisen. Wir sehen erstens das Thema Tierausbeutung nicht losgelöst von der kapitalistischen Wirtschaftsweise und den damit einhergehenden brutalen Ausbeutungsmechanismen von Mensch, Tier und Umwelt, die auf der Grünen Woche beschönigt werden. Und zweitens kritisieren wir Tierhaltung als inhärent gewalttätig und unnötig. Wir stehen nicht für eine verbesserte Landwirtschaft mit Tieren, sondern für eine Landwirtschaft ohne Tierproduktion.

Die Störung der Eröffnung des ErlebnisBauernhofs schaffte es zwar in die Abendschau des RBB. Allerdings wurde gesagt, wir seien Tierschützer, die gegen Massentierhaltung sind. Über die Kletteraktion am Funkturm wurde in einer dpa-Meldung leider berichtet, wir demonstrieren für mehr Tierschutz in der Landwirtschaft. Diese schaffte es zwar in viele Zeitungen, gab unsere Position jedoch verdreht wieder (z.B. in der taz, im Spiegel, Focus und WELT).
Einige Artikel gaben keine Falschmeldungen wieder, äußerten sich aber auch nicht inhaltlich zu uns (nd, taz). Und Topagrar berichtete sogar, dass „Tiertransport ist Mord“ gebrüllt wurde.

In zwei Artikeln in der Berliner Morgenpost und im Freitag kamen jedoch unsere Positionen sehr klar und deutlich zum Ausdruck.

In der Morgenpost hieß es: „Im Gegensatz zum mittlerweile etablierten Protestbündnis ‚Wir haben es satt!‘ gibt ‚Grüne Woche demaskieren‘ dieses Jahr sein Debüt auf der grünen Protest-Bühne. Den Aktivisten gehen die Forderungen der ‚Wir haben es satt!‘-Veranstalter nicht weit genug. Neben einer generellen Abkehr von der Tierhaltung, die das Tier zum Nutzobjekt degradiere, fordert die Gruppe ein Aufbrechen der herrschenden Marktstrukturen und nennt Alternativen.“

Und im Freitag war zu lesen: „Das Bündnis kritisiert dabei nicht nur die Lebens- und Sterbebedingungen von Tieren in der konventionellen industriellen Landwirtschaft, sondern wendet sich generell gegen jede Form von Nutztierhaltung. ‚Tiere sind keine Ware, kein Produkt, sondern fühlende Lebewesen,‘ […] die Bedingungen auf sogenannten Bio-Höfen seien nur marginal besser als in der Massentierhaltung. Das Bündnis lehne deshalb den Verzehr von Tieren und tierischen Produkten prinzipiell ab. Auch einer Bio-Kuh werde das Kalb weggenommen, um sie melken zu können; auch das sei Tierleid, das das Bündnis nicht akzeptiere. Tiere seien nicht dazu da, menschliche Bedürfnisse zu befriedigen.“

Warum dann aber in dem Artikel zum Schluss noch mal betont werden muss, dass eine konsequente Kritik von Gewalt an Tieren als dogmatisch gilt (während es anscheinend die Forderung nach einer Beibehaltung nicht ist), erschließt sich uns nicht. Uns ist bewusst, dass wir die Welt nicht von heute auf morgen ändern und die Fleischindustrie mal eben so abschaffen können. Wenn jedoch bestimmte Probleme systemimmanent sind (Fleischproduktion bedeutet immer Instrumentalisierung, Kontrolle von Reproduktion, Gefangenhaltung und Tötung etc., auch bei „Bio-“ oder„artgerechter Haltung“), dann muss ein grundlegender gesellschaftlicher Wandel her.
Vielleicht muss es erst mal darum gehen, den Begriff der Tierrechte in den Mainstreammedien zu etablieren. Dann ist schon viel erreicht.
Die dpa hat einen Rückblick der Grünen Woche geschrieben, der in ähnlicher Form in mehreren Zeitungen erschienen ist (z.B. WELT und Stern). Wir bekommen sogar etwas mehr Raum als die Wir-haben-es-satt-Demo und unsere Kritik wird richtig wiedergegeben:
„Parallel zur Messe hatten am vergangenen Samstag aber auch mehrere zehntausend Menschen in Berlin dafür demonstriert, dass Bauern und Ernährungsindustrie Tiere und Klima besser schützen. In den Folgetagen kam es unabhängig davon auf dem Messegelände zu kleineren Protestaktionen der neuen Initiative ‚Grüne Woche demaskieren‘. Sie wirft der modernen Landwirtschaft vor, Menschen, Tiere und Umwelt auszubeuten. Bauernpräsident Rukwied lehnte einen Dialog mit diesem Teil der Kritiker, etwa über Tierhaltung, ab. ‚Es gibt Gruppen, die das per se nicht wollen, und mit denen über eine weitere Verbesserung der Nutztierhaltung zu sprechen, macht einfach keinen Sinn‘, sagte Rukwied der Nachrichtenagentur dpa.“
Dass Herr Rukwied es für sinnlos hält, mit uns über Verbesserungen in der Tierhaltung zu reden, ist durchaus nachvollziehbar. Schade nur, dass wir nicht gefragt wurden, ob wir denn mit ihm darüber reden möchten. Wir stellen uns da zum Beispiel folgenden zusätzlichen Absatz vor:

„Das Bündnis ‚Grüne Woche demaskieren!‘ lehnte einen Dialog mit diesem Teil der Agrarwirtschaft, etwa über Tierhaltung, ab. ‚Es gibt Gruppen, die eine Abschaffung der Nutztierhaltung per se nicht wollen, und mit denen darüber zu sprechen, macht einfach keinen Sinn‘, sagte Erna Aktiv der Nachrichtenagentur dpa. Mit Organisationen wie dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), der auch zu der Großdemonstration aufgerufen hatte, wolle sie aber gerne mal sprechen, versicherte die Aktivistin.“

Fazit
Insgesamt sind wir sehr zufrieden mit unserem Einstand auf der Protestbühne. Mit vielen bunten Aktionen konnten wir viele Menschen zum Mitmachen mobilisieren. Für nächstes Jahr wünschen wir uns noch mehr Aktionen, (auch überregional) Mitmachende und vor allem eine thematische Ausweitung der Proteste. Denn nicht nur die Tierausbeutung gilt es in der kapitalistischen Landwirtschaft zu kritisieren. Es gibt genug Anknüpfungspunkte für zahlreiche Proteste an der Grünen Woche und wir hoffen, dass sich Gentechnikgegner*innen, Umweltgruppen, solidarische Landwirt*innen, biovegane Anbauer*innen und Menschen mit noch ganz anderen Blickwinkeln uns anschließen und ihr Nichteinverständnis sichtbar machen. Der Anfang ist gemacht. Nächstes Jahr geht es weiter.

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Solikonzert für Grüne Woche demaskieren Morgen in Berlin http://gruenewoche.blogsport.de/2014/02/03/solikonzert-fuer-gruene-woche-demaskieren-morgen-in-berlin/ http://gruenewoche.blogsport.de/2014/02/03/solikonzert-fuer-gruene-woche-demaskieren-morgen-in-berlin/#comments Mon, 03 Feb 2014 10:20:57 +0000 Administrator Allgemein Veranstaltungen & Aktionen http://gruenewoche.blogsport.de/2014/02/03/solikonzert-fuer-gruene-woche-demaskieren-morgen-in-berlin/ Morgen Abend gibts was auf die Ohren.

Hört drei Bands für 4-6 Euro und unterstützt uns damit!

Im Kili im Wiesenweg 5-9 in Lichtenberg spielen am Dienstag ab 21 Uhr:

Screw The Carpet (No Jazz!/ Berlin),
Feast (Crustscheisze/Berlin)
Face It! (Positivie Hardcore Berlin/Brandenburg) .

Hier gehts zum Facebook-Event.

Kommt zahlreich!

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Werbeturmbesetzung vor dem Südeingang der Messe http://gruenewoche.blogsport.de/2014/01/26/werbeturmbestzung-vor-dem-suedeingang-der-messe/ http://gruenewoche.blogsport.de/2014/01/26/werbeturmbestzung-vor-dem-suedeingang-der-messe/#comments Sun, 26 Jan 2014 07:50:17 +0000 Administrator Allgemein Veranstaltungen & Aktionen http://gruenewoche.blogsport.de/2014/01/26/werbeturmbestzung-vor-dem-suedeingang-der-messe/ Gestern haben Aktivist*innen von „Grüne Woche demaskieren!“ einen Werbeturm vor dem Südeingang der Messe besetzt. Gut sichtbar für alle Besucher*innen wurden zwei Transparente mit den Sprüchen „Kapitalistische Landwirtschaft tötet“ und „Fleisch ist immer Mord“ aufgehangen. Sie hingen eine knappe halbe Stunde, bevor die Polizei den Turm räumte.

Das Video dazu ist jetzt online.

Die Besetzung des Werbeturmes bildete eine der letzten Aktionen. Heute findet noch von 10-13 Uhr eine Mahnwache vor dem Nordeingang der Grünen Woche statt und ab 14 Uhr könnt ihr noch zum veganen Soli-Brunch kommen. Kommt zahlreich und feiert mit uns!

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Die ersten Fotos von heute morgen http://gruenewoche.blogsport.de/2014/01/25/die-ersten-fotos-von-heute-morgen/ http://gruenewoche.blogsport.de/2014/01/25/die-ersten-fotos-von-heute-morgen/#comments Sat, 25 Jan 2014 15:57:14 +0000 Administrator Allgemein Veranstaltungen & Aktionen http://gruenewoche.blogsport.de/2014/01/25/die-ersten-fotos-von-heute-morgen/ Endlich Fotos von heute morgen! Das hat u.a. deshalb so lange gedauert, weil die Securities der Messe die Kamera und ein Tablet von Aktivist*innen eingesackt hatte.

Die ersten Transparente hing eine knappe halbe Stunde gut sichtbar für Besucher*innen am Südeingang der Berliner Messe.

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Werbeturm der Grünen Woche besetzt http://gruenewoche.blogsport.de/2014/01/25/werbeturm-der-gruenen-woche-besetzt/ http://gruenewoche.blogsport.de/2014/01/25/werbeturm-der-gruenen-woche-besetzt/#comments Sat, 25 Jan 2014 09:07:30 +0000 Administrator Allgemein Veranstaltungen & Aktionen http://gruenewoche.blogsport.de/2014/01/25/werbeturm-der-gruenen-woche-besetzt/ *Für eine Landwirtschaft ohne Tierhaltung!*

Gerade in diesem Moment besetzen Aktivist*innen der Aktionsgruppe „Grüne Woche demaskieren!“ einen Werbeturm am Südeingang des Messegeländes, auf dem die Landwirtschaftsmesse „Internationale Grüne Woche“ stattfindet. Sie demonstrieren damit gegen die Bedingungen gegenwärtiger Landwirtschaft und setzen sich für eine Beendigung der Ausbeutung von Menschen, Tieren und Umwelt und eine solidarische und nachhaltige Landwirtschaft ein.

Fotos folgen.

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Interview von Landwirtschaftsminister Friedrich mit Topagrar ist ein Fake http://gruenewoche.blogsport.de/2014/01/23/interview-von-landwirtschaftsminister-friedrich-mit-topagrar-ist-ein-fake/ http://gruenewoche.blogsport.de/2014/01/23/interview-von-landwirtschaftsminister-friedrich-mit-topagrar-ist-ein-fake/#comments Thu, 23 Jan 2014 13:25:50 +0000 Administrator Allgemein Hintergründe http://gruenewoche.blogsport.de/2014/01/23/interview-von-landwirtschaftsminister-friedrich-mit-topagrar-ist-ein-fake/ Wie wir soeben erfahren haben, war das Interview von Landwirtschaftsminister Friedrich mit der Landwirtschaftszeitung Topagrar, auf das wir uns in einer Pressemitteilung bezogen haben, nicht echt.

Es wurde von Unbekannten fingiert, um eine Diskussion anzustoßen. Das wurde uns zumindest in einer E-Mail von den MacherInnen geschrieben. Sie schreiben außerdem, dass die vermeintlichen Aussagen von Friedrich nicht einfach so ausgedacht waren. Vieles davon komme in Äußerungen und Publikationen von ihm und anderen regierungsnahen Menschen vor. Hier kopieren wir die Darstellung dieser Anlehnungen aus der Mail:

1. Friedrich sagt im Fake-Interview: „Eine Gesellschaft, die den Dauerkonflikt um die Nutztierhaltung lösen will, steht in einem marktwirtschaftlichen System mit offenen Grenzen natürlich vor einer immensen Herausforderung. Alle ‚einfachen Lösungen‘ erweisen sich bei näherer Betrachtung als nur begrenzt wirksam. Wir müssen die gesellschaftlichen Ansprüche an Tierwohl und Verbraucherschutz mit der internationalen Wettbewerbsfähigkeit in Einklang bringen.“

--> Die ersten beiden Sätze sind wörtlich kopiert aus der Selbstbeschreibung des „Fachforum Nutztiere“ der Deutschen Agrarforschungsallianz, die u.a. mit dem Landwirtschaftsministerium zusammen daran arbeiten, eine „messbare Verbesserung des Zustands der Nutztierhaltung herbeizuführen“.
Dabei werden allerdings wirtschaftliche Rahmenbedingungen nicht in Frage gestellt und die Zunahme des Tierproduktkonsums als gegeben vorausgesetzt.
Zitat: „Bereits heute sorgt der Streit darüber, wie der derzeitige Zustand der Nutztierhaltung zu beurteilen ist und in welcher Richtung sich die Nutztierhaltung weiterentwickeln soll, bei Bürgern und bei Landwirten für Ärger, Enttäuschung und Frustration.
Die Konflikte brechen zumeist punktuell auf, zum Beispiel bei geplanten Baumaßnahmen oder in der Folge von Fernseh- oder Zeitschriftenreportagen. Bei diesen Anlässen wird zum einen deutlich, dass Deutschland von einem Konsens über den richtigen Umgang mit Nutztieren weit entfernt ist, zum anderen aber auch, wie schwierig es ist, in einem marktwirtschaftlich verfassten und international vernetzten Wirtschaftszweig Strategien zu entwickeln, die Aussicht auf grundlegende Kurskorrekturen bieten. Im globalen Maßstab wird damit gerechnet, dass das starke Nachfragewachstum auch künftig anhält. Die Welternährungsorganisation FAO geht davon aus, dass sich die jährliche Fleischproduktion innerhalb der kommenden 40 Jahre noch einmal verdoppeln wird. Gleichzeitig wird die Ressourcenbasis für die Weltagrarwirtschaft durch den Nachfrageanstieg bei pflanzlichen Nahrungsmitteln, Industriegrundstoffen und insbesondere Bioenergie verknappt. Beide Effekte führen dazu, dass der wirtschaftliche Druck in Richtung auf eine weitere Intensivierung der Produktion (mehr ertragssteigernde Produktionsmittel) und eine weitere Produktivitätssteigerung (höhere Leistungen, bessere Futterverwertung) tendenziell weiter zunimmt.“

2. Friedrich sagt im Fake-Inteview: „Nachhaltigkeit erreichen wir primär durch Effizienzsteigerung – und nicht durch Ökologisierung, wie das von anderen immer wieder gefordert wird.“
--> Das ist ein fast wörtliches Zitat vom parlamentarischen Staatssekretär Bleser, der immer noch im Landwirtschaftsministerium tätig ist. Siehe hier
ab Min. 3:00 etwa.

3. Friedrich sagt im Fake-Interview: „Beispiel Milchkühe: Da konnte bereits in der Vergangenheit der Ausstoß klimarelevanter Gase durch die Leistungssteigerung je Tier und den dadurch bedingten Rückgang der Rinderbestände reduziert werden. Es wird zudem daran geforscht, wie sich durch weitere Intensivierung, Züchtung und möglicherweise auch durch gentechnologische Entwicklungen der Ausstoß des Gases pro Liter Milch verringern lässt.“
--> Daran wird tatsächlich an Unis geforscht, siehe z.B. hier.
Zitat: „Der Ausstoß klimarelevanter Gase konnte in der Vergangenheit durch die Leistungssteigerung je Tier und den dadurch bedingten Rückgang der Rinderbestände zwar beachtlich reduziert werden, daraus folgt aber auch, dass hier zukünftig nur noch wenig Spielraum vorhanden ist. Eine züchterische Beeinflussung der Methanemissionen ist bislang nur indirekt möglich, z.B. durch Zucht auf bessere Tiergesundheit, längere Nutzungsdauer und kürzere Aufzuchtdauer (FLACHOWSKY und BRADE, 2007). Die Landwirtschaft unterliegt im Rahmen ihrer Aufgabe zur Ernährungssicherung in den internationalen Klimaschutzabkommen zurzeit zwar noch keinen konkreten Reduktionsverpflichtungen, dennoch bleibt das Thema Klimawandel hochaktuell. Zukünftige Ziel-vorgaben hinsichtlich der Reduktion der Treibhausgasemissionen lassen sich nur schwer vorhersagen. Es ist aber zu erwarten, dass die Landwirtschaft und insbesondere der Sektor, der für die Erzeugung tierischer Produkte zuständig ist, zur Umsetzung klimapolitischer Pläne in Zukunft stärker als bisher in die Verantwortung genommen werden. Die Steigerung der Effizienz stellt einen wesentlichen Schlüssel zum Erfolg dar. Langfristig ist aber auch eine bessere Ausarbeitung züchterischer Strategien zur Emissionsreduktion dringend erforderlich. Es bedarf weiterer Forschungsaktivitäten hinsichtlich Klimagasentstehung bzw. -reduktion und Möglichkeiten einer züchterischen Einflussnahme auf die tierindividuellen Methanemissionen.“

4. Friedrich sagt im Fake-Interview: „Auch in anderen Bereichen lautet die Kernfrage für Forschung und Bauern: Wie lässt sich die Produktivität nachhaltig steigern? Umweltbezogene und soziale Nachhaltigkeitskriterien sind in der Landwirtschaft nur dann langfristig flächendeckend einzuhalten, wenn die wirtschaftliche Umsetzbarkeit gegeben ist.“
--> Darüber sind sich zentrale Akteure der deutschen Landwirtschaft einig. Siehe hier.

5. Friedrich sagt im Fake-Interview: „Manche der geäußerten Forderungen sind aus meiner Sicht allerdings realitätsfern. Nehmen Sie zum Beispiel das Recht auf Nahrung: Wir haben zwar im Koalitionsvertrag festgehalten, dass wir uns innerhalb internationaler Organisationen und im Rahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit für ein Recht auf Nahrung einsetzen wollen. Die Aufgabe meiner Landwirtschaftspolitik sehe ich allerdings darin, die deutschen Bauern gegen die Konkurrenz auf dem Weltmarkt zu unterstützen. Es zeugt von einem fatalen Missverständnis, wenn man die marktwirtschaftlich orientierte Landwirtschaft daran misst, wie gut sie die Ernährung der Menschen gewährleistet – sie funktioniert nach anderen Prinzipien.“
--> Hier gibt es kein so direktes Vorbild – es ist schon selten, dass die Verteidiger der Marktwirtschaft deren Schwächen so direkt eingestehen. Wie sehr aber Friedrich die marktwirtschaftlichen Prinzipien vertritt und wie wenig ihn die Versorgung der Menschen mit Essen kümmert, zeigt dieses Interview.

Vielleicht findet jemand noch eindeutigere Aussagen? Ebenso zu dem wachsenden Fleischkonsum als Chance – das wurde zugespitzt, wir wetten aber darauf, dass er das tatsächlich so sieht. Vielleicht findet jemand Belege?

6. Friedrich sagt im Fake-Interview: „Fleisch ist ein wertvolles und wichtiges Lebensmittel. Außerdem gehört die Entscheidungsfreiheit der Einzelnen zu unseren Grundwerten: Wenn ich Fleisch essen will, dann esse ich Fleisch. Und wer Körner essen will, der kann ja gerne Körner essen.“
--> Sehr ähnliches hat er wirklich gesagt, siehe hier. Siehe auch.

7. Friedrich sagt im Fake-Interview: „Unsere Strategie ist daher, an der zweiten Seite des Problems anzusetzen: der öffentlichen Wahrnehmung. Wir müssen die Verbraucherinnen und Verbraucher dazu bringen zu glauben, dass auch intensive Produktionssysteme tiergerecht sein können – nur so wird die Branche weiter erfolgreich sein. “
--> So sieht tatsächlich die Strategie der Fleischlobby aus, mit der sich Friedrich ja hervorragend versteht. Siehe dazu diesen Artikel

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http://gruenewoche.blogsport.de/2014/01/23/interview-von-landwirtschaftsminister-friedrich-mit-topagrar-ist-ein-fake/feed/
Nachhaltigkeit durch Effizienzsteigerung? http://gruenewoche.blogsport.de/2014/01/23/nachhaltigkeit-durch-effizienzsteigerung/ http://gruenewoche.blogsport.de/2014/01/23/nachhaltigkeit-durch-effizienzsteigerung/#comments Thu, 23 Jan 2014 07:45:00 +0000 Administrator Allgemein http://gruenewoche.blogsport.de/2014/01/23/nachhaltigkeit-durch-effizienzsteigerung/ Der neue Landwirtschaftsminister Friedrich entlarvt sich selbst: Im Interview mit der Landwirtschaftszeitung Topagrar wertete er den weltweit ansteigenden Fleischkonsum als „Chance“ und schloss gleichzeitig grundlegende Verbesserungen im Tierschutz ebenso wie die Durchsetzung eines Menschenrechts auf Nahrung als unrealistisch aus.

Unsere Pressemitteilung dazu.

Diese Aussagen sind alarmierend. Allerdings spricht Friedrich nur aus, was eigentlich alle wissen: In der gegenwärtigen Landwirtschaft geht es nicht um Tierwohl, Nachhaltigkeit oder soziale Gerechtigkeit. Was zählt, ist die Wettbewerbsfähigkeit am Weltmarkt. Das ist aber gerade das Schlimme! Die Landwirtschaft sollte dazu da sein, alle Menschen mit guten Nahrungsmitteln zu versorgen, ohne dafür andere Menschen, Tiere oder die Umwelt auszubeuten. Das kann sie allerdings nur in einem anderen als dem gegenwärtigen System.

Friedrich hatte im Interview eingeräumt, dass sich aufgrund der marktwirtschaftlichen Gegebenheiten grundlegende Verbesserung im Tierschutz nicht durchsetzen ließen. Die im Koalitionsvertrag geplante „nationale Tierwohl-Offensive“ beschrieb er als eine Marketing-Strategie. Aus unserer Sicht dienen die meisten sogenannten Tierschutzreformen dazu, das Image der Tierindustrie zu verbessern; den Tieren nützen sie dagegen selten. Auch deshalb fordern wir keine Reform der Tierhaltung, sondern ihre Abschaffung – weil empfindungsfähige Lebewesen keine Waren und Produktionsmittel zum menschlichen Gebrauch sein sollten.

Friedrichs Aussage, dass sich Nachhaltigkeit primär durch Effizienzsteigerung erreichen ließe, ist geradezu absurd. Es ist längst klar, dass nur eine ökologische Landwirtschaft auf die Dauer nachhaltig sein kann. Diese lässt sich auch ohne Tierhaltung durchführen. Stattdessen steht die gegenwärtige Landwirtschaft für die Abhängigkeit von fossilen Stoffen, Futterimporte aus Monokulturen in Südamerika usw. – die industrielle Landwirtschaft und insbesondere die Massentierhaltung werden nie ökologisch tragbar sein. Ganz zu schweigen davon, dass eine Intensivierung der Haltung, wie von Friedrich gefordert, mit weiteren Leiden für die beteiligten Tiere einhergeht.

Und dass Friedrich den weltweit steigenden Fleischkonsum auch als „Chance“ für die deutschen Tierhalter betrachtet – dazu fällt uns angesichts der mit der Fleischproduktion verbundenen Gewalt und Ausbeutung sowie der ökologischen Folgen wirklich nichts mehr ein.

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